Erfahrungsberichte
 

Didgeridoobau nach Anlehnung an das in Sven Molders Besitz befindliche Yidaki der Yidakibauer Djalu Guruwiwi und David Howell.

03.01.07 / Bernd Lötzsch

Zu meiner Person und persönlichen Vorlieben:

Ich komme aus dem süddeutschen Raum, genauer zwischen Stuttgart und Ulm. 1997, 25 Jahre nach meiner Geburt, hauchte ich das erste mal in den hohlen Stamm. Sowohl die Neugierde, wie ein Didgeridoo aus einheimischen Hölzern klingen mag, als auch die damals wie heute zum Teil sehr hohen Preise für ordentliche Instrumente, brachten mich 1999 zum bauen eigener Sticks. Seit dieser Zeit ist die Internetseite www.didgeridoo-physik.de mein ständiger Begleiter. Mein Respekt gilt all den Mitgliedern dieser interessanten und informativen Seite.
Frank Geipel lernte ich auf dem Swizzeridoo 2004 kennen. Durch die gemeinsamen Interessen halten wir in regelmäßigen Abstand Kontakt zueinander.
Meine Vorlieben liegen zur Zeit bei langsam perkussiven Spiel mit schweren, harten Hölzern vorzugsweiße Yidakis.
Schon 2005 baute ich anhand eines CADSD-Entwurfes der Tonlage E / Horn F ein Didgeridoo, das auch auf dieser Seite mit Soundfile vorgestellt wurde (tolles Allround-Didgeridoo).

"Toninfektion":

Als ich im Herbst 2005 ein Sven Molder Konzert besuchte war es Liebe auf den ersten Ton als er sein „Baby“, wie er es selber nennt, anspielte. Es handelte sich um ein Yidaki der Tonlage F, das von Djalu Gurruwiwi und David Howell gebaut wurde. Nach seinem Konzert und einer lustigen Jam Runde holte ich mir Svens Erlaubnis das Yidaki anhand von Tonmaterial von Frank Geipel analysieren zu lassen um sich bei dem Eigenbau an diesem anzulehnen. Schon kurze Zeit später hatte ich von Frank den CADSD Ausdruck mit entsprechender Klanganalyse in meinen Händen.

 

 

 

 

 

 

Soundbeispiel gespielt von Sven


Manufaktur:

Als Baumart wählte ich eine Esche mit einem Alter von über 30 Jahren.
Die Länge betrug 160 cm, bei einem Durchmesser von ca. 14 cm.

Vor dem Aufsägen schälte ich den Rohling von außen so, dass seine konische Form entstand, bei der eine Wandstärke von etwa 20mm eingeplant war.
Danach machte ich mich an's Aufsägen. Ich verwendete eine elektrische Fuchsschwanzsäge, mit der ich den Rohling axial durchsägte.
Nun riss ich die Innendurchmesser(Querschnitte) / Längenmaße, die ich von Frank bekam, auf die Halbschalen auf. Mit Hilfe von Durchmesserschablonen arbeitete ich die Innenform aus dem Holz, wobei ich, auf Anraten von Frank für optional erforderliches Feintuning, im Bellbereich die letztlichen Fertigdurchmesser noch nicht vollständig ausarbeitete. Der gesamte Herstellungsprozess verlief auf Grund meiner inzwischen 7-jährigen Didgeridoobau-Erfahrung sehr unspektakulär.
Nach dem Ausarbeiten der Innenform klebte ich die Halbschalen zusammen. Hiefür verwende ich einen wasserfesten Leim.
Nun kam der Moment, den wohl jeder Didgbauer an seiner Arbeit so liebt: das erste Anspielen!! Der Grundton lag noch einen halben Ton unter F und kam mit einem für diese Tonlage überwältigendem Bass aus dem Holz. Ich ließ das Instrument für die Tuningphase bewusst 2 cm pro Seite länger - daher die etwas tiefere Grundtonlage.

Während des ersten Spielens merkte ich schon diesen „instabilen“ Zustand im mittleren bis hohen Frequenzbereich... da wobbelt was! Toll, aber jetzt erst mal den Leim trocknen lassen und nicht mehr spielen (das fällt einem Didgeridoosüchtigen besonder schwer!)!
Wärend des Trocknungsprozesses sägte ich das Instrument nach und nach auf die endgültige Länge zu.
Nach etwa 4 Wochen Trocknung und Grobtuning schickte ich Frank den ersten, nach seinen Anforderungen erzeugten Soundfile, zur Analyse. Am selben Abend rief mich Frank zurück und meinte, dass die gesamte Klangkarakteristik sich schon beeindruckend nah an der von Svens Instrumentl läge. Der Grundton läge allerdings noch um 1,4 Hz unterhalb des Vorbilds.

Ich traf Sven Molder beim Vollmond-Didg und Grillabend in Esslingen. Er selbst spielte abwechselnd das Original und den Nachbau und war sichtlich überrascht. Er meinte allerdings, dass der Vorwärtspull noch einen Tick langsamer kommt. Dies lag auch daran, dass ich am gesamten Instrument und speziell im Anspielbereich noch jede Menge Holz drauf hatte und das Mundstück noch nicht optimiert war.
 

 

Da mich der leichte Grundtonunterschied, der übrigens nur beim abwechselnden Anspielen des Orginals und des Nachbaus hörbar war, störte, entschied ich, Frank nochmals zu kontaktieren, so dass er mir sagen konnte, wo ich noch etwas am Instrument zu bearbeiten hätte, ohne die Klangcharakteristik zu verlieren.

Er simulierte dies nochmals durch und übermittelte mir die sehr geringfügigen Eingriffe: eine minimale Bellaufweitung und Kürzung im Mundstückbereich. Das Endtuning nahm ich direkt am Meer an der Westküste von Korsika vor. Dabei hatte ich meinen Minidisc-Player, auf dem ich Aufnahmen des Orginal Instrumentes hatte, das von Sven gespielt wurde. So gingen Tage ins Land, an denen ich immer wieder spielte, mit Sven´s Aufnahme verglich, feilte, schliff, spielte... . Ich weitete das Bell und kürzte das Didgeridoo nochmals minimal. Dann passte es endlich!!! Ich hörte keinen Unterschied mehr zum Orginal. Fertig ... ich war happy!! Einen Abend danach lernte ich ein paar lustige Bongoleute am Meer kennen und konnte dort meinen Stick zum ersten mal richtig rocken!!! Die Lautstärke meines Instrumentes konnte sogar noch gegen 2 Djemben standhalten. Geile Nacht!
Kurz nach meinem Urlaub fuhr ich mit meinem neuen Eigenbau zum Swizzeridoo in die Schweiz. Dort angekommen traf ich Frank und lernte Ansgar Stein kennen. Es dauerte auch nicht lange und wir testeten unsere Eigenbauten auf Herz und Nieren. Als auch Gumaroy (Australien) das Instrument kurz anspielte und begeistert meinte, wir sollten uns jetzt anschnallen, bevor er es -rockte-, wusste ich, dass wir nichts falsch gemacht hatten ...

   
Gumaroy lässt es rocken: Soundbeispiel

 

 

 

Swizzeridoo 2006: Frank, Gumaroy, Ansgar, Cesare, Bernd und Jaspar beim Testen unserer Eigenbauten

Fazit für dieses Instrument:
Es ist ein für mich perfektes Instrument, dessen Klangbild dem Original so nahe kommt, dass es sehr schwer fällt, es von diesem zu unterscheiden. Trotz Allem ist es natürlich keine 100%ige Kopie des Originals, was, wie ich meine, grundsätzlich nicht möglich ist und von mir auch nicht so gewollt war. Ich habe es vom Gewicht schwerer und die Wandstärke so gestaltet, dass es meinen derzeitigen Spielstil optimal unterstützt. My baby is born!

Soundbeispiel

Mein Dank gilt besonders Sven Molder, der es uns erlaubte, das in seinem Besitz befindliche Instrument klanglich zu analysieren. Besten Dank natürlich auch Frank Geipel für seinen Einsatz bei der akustischen Rekonstruktion der Innenform und den vielen kleinen Tipps zum Feintuning!

Sven: Ich hoffe, wir können unsere Babys mal wieder zusammen spielen lassen !!


04.02.06 / Manfred Scheffknecht

Bericht über den Bau der Robinie in E

Im Sommer 2005 traf ich Frank am Swizzeridoo. Er hatte ein Didgeridoo der Tonlage F dabei und ich durfte dieses spielen. Dabei ging bei mir ein Wohlgefühl durch den Körper, denn es war ein solches wie ich sie gern habe. Grosszügigerweise bejahte er meine Anfrage über einen Nachbau desselben.

Im September war es dann soweit und ich baute mir aus einer Eibe, anhand der Berechnungen von Frank, das Didgeridoo. Ich selber baue schon seit 1999 Didgeridoos aus einheimischen Harthölzern und sah keine grösseren Probleme auf mich zukommen.

Es entstand ein Didgeridoo der Tonlage E und tönte mächtig. Nun begann ich es zu kürzen, denn es sollte ja ein F werden. Allerdings musste ich soviel kürzen und es war nun 12cm unter dem Mass der Berechnung. Es hatte nun auch viel von seiner Qualität, das es als E noch hatte, eingebüsst.

Diese Realisierung musste ich nun unter Erfahrungen „Bauversuch“ ablegen.

Im Oktober startete ich, ebenfalls mit einer Eibe, den zweiten Versuch. Dieses Mal nahm ich mir vor, genauer zu Arbeiten. Mit Schablonen, mit mehr Zeit und Geduld. Beim aufschneiden des Stammes entdeckte ich zu meinem entsetzen, dass der Stamm im unteren Drittel morsche Stellen aufwies. Die Umsetzung der Berechnung wurde diesmal von Anfang an schon blockiert. Da fragte ich mich natürlich was das soll? Ich musste somit den zweiten Anlauf schon frühzeitig beenden.

Bald darauf war ich abermals motiviert genug einen dritten Anlauf zu starten. Dieses Mal verwendete ich eine Robinie. Die Bauphase gestaltete sich problemlos und es entstand ein mächtiges E, das ich nicht mehr verändern wollte. Es spielt sich sagenhaft, nur der Overblow ist für mich nicht in dieser Weichheit einzubringen wie ich es von anderen Instrumenten kenne. Eine Nach-Analyse per Soundfile bei Frank ergab interessante Werte und untermauerte meine Entscheidung keine Änderungen mehr vorzunehmen.

Ich für meine Person glaube, dass meine Instrumente die ich baue eine Verwebung aus Wissen, Berechnung, Erfahrung und Intuition sind. Dies lässt für mich einen gewissen Überraschungseffekt offen wie ein Instrument tönt und vor allem zu spielen ist.

Ich möchte an dieser Stelle Frank für seine Unterstützung danken. Wieder einmal hat das Didgeridoo eine Vermittlerfunktion gehabt, für das eigentliche im Leben  - das Miteinander.

 

 Soundbeispiel

Kommentar von Frank (4.2.2006)

Ich freue mich, dass das „Projekt“ mit Manfred zu einem guten Abschluss gekommen ist. Aus meinem Gefühl heraus denke ich, dass jetzt ein unikates Instrument entstanden ist, das zu Manfred passt und von der Klangcharakteristik meinem F1 sehr nahe kommt und vielleicht noch mächtiger klingt. Ich freue mich schon darauf dieses Instrument zu spielen.

Ich habe viel aus diesem und ähnlichen „Projekten“ mit anderen begeisterten Didgebauern gelernt. Inzwischen ist meine CADSD-Methode weiter ausgereift und ich weiß wie empfindlich sich Bau-Abweichungen von den simulierten Formen vor allem im höheren Obertonbereich auswirken.

Bei der Form für mein F1 (das nach Simulation mit der aktuellen Software zwischen E und F liegt, etwas näher an E) hat Manfred im Anblasbereich (dort sind etwas komliziertere Innenstrukturen auf deren Abweichungen die Klangcharakteristik empfindlicher reagiert) genauer als ich gebaut. Deshalb ist es bei mir ein etwas tieferes F geworden. Aber bei derartigen Instrumenten ist die Klangcharakteristik wichtiger als der Grundton.

 Um vor allem im höheren Obertonbereich das gewünschte Ergebniss zu erhalten (z.B. hohe Singtöne oder obertonwobbelfähige Instrumente) gehe ich momentan so vor:

Ich empfehle beim Bauen vor allem im letzten Drittel des Bellbereiches noch genügend Wandstärke zum Nachtunen zu lassen. Nach der Fertigstellung lasse ich mir dann die noch vorhandenen Übermaße und einen MP3-Soundfile mit bestimmten für meine akustische Analyse gebrauchten Inhalten aufnehmen und zusenden. Auf Basis meiner akustischen FFT-Analyse kann ich dann relativ genau sagen, ob, wo und wieviel Material noch an bestimmten Bereichen abgetragen werden sollte, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten (Feintuning).

Mit dieser Methode ist es auch möglich bei vorhandenen Didges herauszufinden ob ein Instrument noch mehr Potential hat und ob es mit einem sinnvollen Aufwand "verbesserbar" ist.

 


07.05.05 / Peter Weiss

Bau eines Didgeridoos / Yidakis nach der CADSD Methode - Entwickelt von Dr.Frank Geipel (Penzberg)
 

Soundbeispiel

Zur Entstehung und Personen:

Nach der Aussage, er könne sich durch akustische Analyse und Simulation an die Klangcharakteristik eines gespielten Didgeridoo anlehnen von dem er einen Soundfile besitzt und einem Laien mit Geschick dadurch Fehlschläge vermeiden helfen.
Dies brachte mich auf die Idee, auszuprobieren wie gut seine Innenform-Berechnungen für einen Laien nachvollziehbar und nachbaubar sind.
Geholfen haben mir Dr.Frank Geipel durch die Analyse von Soundfiles und Berechnung der Innenform eines Wunsch-Yidakis und Stefan Fink durch die Anfertigung der Schablonen für die Innenformen.
Zu meiner Person ich heiße Peter Weiß, lebe in Untermeitingen spiele seit November 2000 Didgeridoo und seit Anfang 2004 übe ich mich in traditionellen Spielstilen. Ich bin zwar kein handwerklich Unbegabter, habe aber mit dem Bau von Didgeridoos vorher nicht viel bzw. nichts zu tun gehabt. Somit ideale Vorraussetzungen für meinen Versuch.

Materialauswahl für das Instrument:

Nach langem Überlegen, Studieren der Holzdaten (siehe Hompage von Dr.Frank Geipel) und Fragen bei Bekannten und Freunden, habe ich mich für Merbau entschieden. Merbau ist ein enorm hartes und relativ dichtes grobporiges Tropenholz aus Malaysia, Indonesien. Es ist im Holzfachhandel beziehbar als Bauholz, Parkettholz oder Funier.
Ich kaufte für 109.- Euro einen "Laden" von 230mm x 52mm x 4250mm bei Bauerfuniere in Schwabmünchen.
Nach grober Ablängung mit der Motorsäge im Geschäft, sägte ich zuhause die exakten Maße mit der Kreissäge zu, dass die Länge des Ausgangsrohlinges passte. Das erste Stück war 1,38 m (mein Stück), das zweite Stück war 1,30 m und ist heute im Besitz von Stefan Fink und das dritte Stück war über 1.50 m und ist im Besitz von Dr.Frank Geipel. So kann die Eignung des Materials als Yidakibauholz auch gleich noch unabhängig voneinander getestet werden.
Alle drei Teile sägte ich noch in der Mitte durch, so dass pro Stück ein fertiger Sandwichrohling von 110mm x 104mm entstand, natürlich in den vorhin genannten Längen.

Bau des Instrumentes:

Ich zeichnete auf dem "Rohling" die Innenmaße des Yidakis an, wie sie nach der Berechnung in Länge, Breite und Tiefe sein sollten. Man hat danach Trapeze aneinander, die einfach ausschauen wie ein Kinderbild oder abstrakte Kunst.
Nach dem Anzeichnen der Form ging es an die Aushöhlung zu Halbschalen, was ich mit einem Rundbeitel von 10mm und 16mm und einem Hohlbeitel von 6mm tat. Dies hieß für mich 6-7 Stunden schnitzen. Ich schnitzte, da ich Angst hatte, bei der Grobspanigkeit mit dem Hammer zu große Stücke auszuschlagen und den "Rohling" dadurch zu zerstören.
Nachdem Dr.Frank Geipel und Stefan Fink so viel Arbeit schon im Vorfeld investiert hatten, wollte ich mir natürlich auch viel Zeit lassen und dabei viel Erfahrung sammeln und lernen. Nachdem ich die Innenform hatte, klebte ich die Teile mit Zweikomponenten Epoxithartzkleber von UHU (UHU PLUS ) zusammen. Leider nahm ich den Blauen, sprich hellblau/dunkelblau, und nicht denn gelb/grünen der langsamer ist und dazu noch zu wenig. Ich hätte 3-4 Tubenmischungen gebraucht, nahm aber nur 2. Aufgrund der schnellen Klebkraft der blauen, bekam ich sie nicht mehr auf und mußte daraufhin 2 Stunden die Klebenähte nacharbeiten. Mit den gelb/grünen wäre das nicht passiert, da die erst nach 12 Stunden endhart sind. D.h., die Zeit, die ich bei der Aushärtung sparte, legte ich bei der Nacharbeitung wieder drauf.
Fazit: Ich habe was gelernt.
Nachdem ich die zwei Teile endlich dicht zusammengeklebt hatte, ging es daran, die Außenform zu bearbeiten und das überschüssige Material abzuarbeiten, was bei Merbau aufgrund der Härte, der Grobporigkeit und Dichte nicht gerade leicht ist. Aber was solls, nach knapp 10 Stunden mit dem Zieheisen und Handhobel war auch dies geschafft. Ich hatte nun eine relativ gleichmäßige Wandstärke von ca. 10mm bis 15mm. Nun spielte ich es das erste Mal an und, aber Hallo, da entsteht was, noch etwas dumpf, aber schon zu hören, dass es sich gelohnt hatte. Um über- und abstehende Fasern zu entfernen und die Akkustik dadurch zu verbessern brannte ich es aus. Ob es was gebracht hat, weiß ich nicht, geschadet hat es zumindest nicht.
Als dies beendet war spielte ich es erneut an und meiner Meinung nach hat es schon ein Wenig gebracht ist aber meine subjektive Meinung. Dann ging es an das Feintunning. Ich ging mit Raspel und Feile daran, immer wieder anzuspielen und abzunehmen, nach vorherigem Schauen, wo noch sichtbar zuviel Material dran ist. Dies tut dem Klang gut und die Obertöne und Bässe kommen besser raus. Ich bemerkte, dass ich zwar darauf spielen konnte, aber irgend was stimmte nicht. Da beschloss ich, von der Berechnung etwas abzuweichen und das Bell vorsichtig zu weiten - und WAU, das war`s. Der Sound war der Hammer. Es lies sich superweich spielen. Ich kam plötzlich supergut damit klar und wußte, das Teil ist gut. (Bei der nachträglichen Simulation dieser Bellerweiterung durch Frank zeigte sich, dass diese kaum Einfluß auf die Klangcharakteristik hatte, aber die Schallabstrahlung hörbar verbesserte.)
So verschliff ich das Instrument noch sauber mit Schmirgelpapier, um ja nichts mehr zu verändern, ölte es mit Leinölfirnis von innen und außen. Während es so trocknete und aushärtete, überlegte ich mir eine Bemalung.
Nach der Aushärtung spielte ich es an und siehe da, es ist ein Instrument geworden, wie ich es vorher nicht zu hoffen wagte. Ich erwartete nicht viel, eigentlich nur dass es funktioniert und das Holz nicht den Weg in den Ofen nehmen muss, mehr eigentlich nicht. Was ich bekam, haute mich schlichtweg aus den Socken. Ich hätte nicht gedacht, daß diese "Theorie", die Dr. Frank Geipel und Kay Reimer ausarbeiten, so ein Erfolg bei einem Laien werden kann.
Nach der Bemalung, die ich mit Ringmuster nach freiem Geschmack machte, um nicht durch Zufall irgendein Gesetz zu brechen und das noch mit sehr auffälligen Acryllackfarben, um die Abhebung von traditionellen Sticks zu erhöhen, habe ich ein Didgeridoo in meine Sammlung bekommen, zu dem ich mehr Bezug als zu allen anderen habe, sich supergut spielen läßt und von dem ich viel gelernt habe.

Fazit:

Ich habe während des Baus sehr viel gelernt. Ich habe nun ein Instrument, das einen ganz anderen Bezug zu mir hat und hatte trotz der Arbeit, die nicht leicht ist, unheimlich viel Spaß beim Bauen. Jeder kann mit etwas handwerklichem Geschick und Gefühl für Holz so eine Erfahrung machen. Ich werde mich immer daran erinnern.

Endgedanke:

Die Arbeit, die Dr. Frank Geipel und Kay Reimer machen, verdient höchste Anerkennung und Respekt.
Sie machen es wirklich einem Laien mit Gefühl für Holz und handwerklichem Geschick möglich, sich selbst ein Didgeridoo zu bauen.
 
In diesem Sinne macht weiter so Frank und Kay !